Der neue Film mit Vin Diesel – da war er nun endlich. Bereits am Montag hab ich ihn mir in der Vorpremiere anschauen können, mit dem Review wollte ich aber lieber noch etwas warten. Regie führte der Franzose Mathieu Kassovitz. Bereits im Vorfeld gab es einigen Ärger, da Kassovitz mit der PG13 Schnittfassung des Films durch 20th Century Fox nicht zufrieden war. Zum Glück gibt es den Film aber in Deutschland in Originallänge.
Glück ist hier wohl wirklich das richtige Wort, denn ich weiß beim besten Willen nicht wie der Film mit ca 10min weniger auch nur im Ansatz funktionieren soll. Denn eines muss man vorweg sagen: Der Film ist kein Mainstream. Ich bezweifle das er auf dem Massenmarkt gut ankommt, was die bisher auch recht schlechten Bewertungen von denen ich so höre auch bestätigen dürften. Eigentlich hatte ich ein gut 100min dauerndes Sci-Fi-Action-Feuerwerk erwartet … Hirn aus, Film an. Ganz so verlief es dann aber irgendwie nicht…
Die nahe Zukunft, in vielen Teilen der Welt herrschen Chaos, Gewalt und Tod. Der Söldner Toorop (Vin Diesel) lebt in Kasachstan in mitten des ganzen Chaos vor sich hin. Bis der Gangsterboss Gorsky auftaucht und ihm ein Geschäft vorschlägt das ihn endlich da raus und zurück nach Amerika bringt. Er soll ein Paket innerhalb von sechs Tagen in die USA bringen. Das “Paket” ist die junge Auroa (Melanie Thierry), welche von der Ordensschwester Rebecca (Michelle Yeoh) begleitet wird bei der sie aufgewachsen ist. Der Auftragt wird schwerer als Toorop sich vorgestellt hat, denn irgend ein Geheimnis umgibt die junge Frau…

Das was Kassovitz hier abgeliefert hat ist sicherlich nicht als einfacher Action-Streifen zu beschreiben. Ein Vergleich zu anderem Filmen fällt schwer, man sollte hier definitiv nicht andere Machwerke heranziehen die wie oben angesprochen in den Mainstream-Sektor fallen. Wer einen soliden Baller-Film mit dünnen Story erwartet und nicht für was anders offen ist wird es schwer haben. Das zeigte auch die Preview am Montag. Nicht alle Kinobesucher haben es bis zum Ende ausgehalten und es gab auch einiges Getuschel während des Films. Fairer weise muss ich aber auch sagen das es scheinbar in irgend einem Rahmen Freikarten für den Film gab, denn nicht alle Besucher schienen genau zu wissen in was für einen Film sie gehen. Allein der Altersdurchschnitt lag deutlich höher als bei vielen Filmen der letzten Zeit in denen ich war.
Zu erwähnen wäre sicherlich auch noch die zeitweise recht hektische Kamerafahrt so wie die schnellen Schnitte die die Szenerie manchmal sehr unübersichtlich wirken lassen, letztlich aber dem Zuschauer auch irgendwie das Gefühl vermitteln mitten im Geschehen zu sein.
Fazit: Wer Lust auf einen etwas anderen Film hat wird hier sicherlich gut bedient. Ich kann nur empfehlen sich hinzusetzen, sich zu entspannen und den Film einfach auf sich wirken zu lassen. Zeitweise mußte ich während des Films an Blade Runner denken, nicht etwa weil die beiden Filme gut vergleichbar oder ähnlich sind, wohl aber weil die Filme beide für sich einfach etwas eigenständiges und besonderes sind so wie auch zum Nachdenken und Schlussfolgern auffordern. Es wird einem hier nicht immer alles auf dem Silbertablett präsentiert.
Meine Bewertung: 7,9 / 10