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Die ING DiBa – Oder warum man keine Kunden will

Samstag, 8. Dezember 2007 | Autor: LastOne

Denn das ist die Frage die sich bei mir immer wieder auf tut. Gerade eben wieder hab ich nämlich mal wieder den Werbespot mit Dirk Nowitzki für das neue Giro-Konto der ING DiBa gesehen. Aber fangen wir doch lieber mal am Anfang an.  Ich habe mir Ende Oktober überlegt ein Giro-Konto bei der ING DiBa zu eröffnen. Besonders gereizt daran hat mich der Vorteil überall kostenlos Geld abheben zu können. Also flux den Antrag ausgefüllt und die letzte Gehaltsabrechnung dabei und ab in die Post.  Die erste große Überraschung kam eine Woche später: Abgelehnt. Keine wirkliche Begründung, Standard schreiben halt. Da war ich dann doch sehr perplex. Nur um das kurz festzuhalten: Ich arbeite nun mehr fünf Jahre bei meiner Firma, habe einen festen Arbeitsvertrag, keinerlei Schulden und keine Kredite und Finanzierungen.

Gleich mal bei der Hotline angerufen, wie das denn sein kann. Man fand es seltsam, aber es könnte sein das etwas bei der Schufa nicht stimmt. Ok, dann hab ich mit der Seat-Bank gesprochen da ich meinen jetzigen Leon zwei Jahre zwischenfinanziert hatte, wobei ich die Abschlusszahlung damals sogar zwei Monate vorgezogen hab. War die einzige Finanzierung die ich je hatte. Übrigens die zweite Überraschung war dann das man mein Original der letzten Gehaltsabrechnung aus versehen geschreddert hatte und nicht zurück senden konnte. Die kosten für die Neuausstellung wollte man aber auf jeden Fall übernehmen. Wie auch immer, die Seat Bank versicherte mir dann umgehend die Finanzierung als erledigt zu melden (is ja auch erst 1,5 Jahre her) Ob die nun wirklich nicht erledigt gemeldet wurde vorher kann ich leider nicht nachvollziehen. Die Schufa-Selbstauskunft 1,5 Wochen später bestätigte mir jedenfalls das es über mich keine negativen Einträge gibt. Alles bestens.

Daraufhin hab ich dann einfach den Antrag ein zweites mal eingereicht bei der ING DiBa für ein Giro-Konto. Ergebnis nach ca 1,5 Wochen: Wieder abgelehnt. Unterm Strich mit den Telefonaten mit der Hotline und den Briefen bleibt der letztliche Grund der Ablehnung für mich jedenfalls unbekannt. Schon seltsam das alles.  Da wird Werbung gemacht ohne Ende aber wenn man sich dann als Kunde für ein Giro-Konto interessiert wird man abgelehnt. Wenn ich mit meinen Daten nicht als Kunde geeignet oder interessant bin, wer dann? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen? Ist meine wirtschaftliche Situation gar zu gut? Verdient man durch Dispozinsen eher? Ich weiß es nicht, aber es ist mir mittlerweile auch egal. Die ING DiBa ist für mich jedenfalls gestorben… und nach meiner Erfahrungen mit denen hat weder meine Freundin noch meine Arbeitskollegen Interesse an der Bank. Vorher fanden sie das Angebot auch nicht schlecht, mittlerweile macht das ganze aber einen dubiosen Eindruck nach meinen Erlebnissen.

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Thema: Allgemein

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3 Kommentare

  1. 1
    blumblaum 

    Hallo!

    Ich bin auf diesen Beitrag über Google gestoßen und mag er schon etwas älter sein, so möchte ich trotzdem meinen Senf dazu geben.

    Meine Erfahrung mit Direktbanken ist niederschmetternd. Da ist nicht nur die ING-DiBa so, ich nenne es mal “arrogant”, denn auch die comdirect und einige andere Banken scheinen sich ihre Kunden “frei nach Schnauze” auszusuchen. Ich kenne Schüler, die trotz dessen, dass sie kein Gehalt besitzen, ein Girokonto bei der ING-DiBa oder comdirect eröffnet bekommen haben und Hartz IV-Empfänger, denen es ebenso genehmigt wurde. Ich kenne aber auch Studenten, die trotz eines Studentenjobs, also mit Einkommen, keine Genehmigung für die Eröffnung eines Grokontos bei der jeweiligen Bank bekommen haben. Auch kenne ich einen Festangestellten, der trotz eines regelmäßigen Gehalts, ohne Schulden und negative SCHUFA-Einträge eine Ablehnung seines Antrags auf Eröffnung eines Girokontos bekommen hat.

    Das Problem sind nicht nur die Banken, sondern auch die SCHUFA. Aber kommen wir erstmal zu den Banken …

    Die Banken behaupten zwar, dass eine Ablehnung immer mehrere (!) kundenbezogene Kriterien zur Folge hat und auch deren Erfahrung da eine Rolle spielt, aber ich kenne so viele Fälle, bei denen Menschen schlicht und einfach falsch beurteilt wurden, dass man das im Kopf nicht aushält. Außerdem wird von den Banken nicht offen gelegt, was letztendlich der ausschlaggebende Grund für eine Ablehnung ist – meistens, da es sich um “bankinterne Kriterien” handelt, wie es dann so schön heißt. Die Wahrheit sieht aber meistens ganz anders aus. Da spielt die SCHUFA eine nicht unerhebliche Rolle.

    Du kannst bei der SCHUFA “sauber sein”, also keine negativen Einträge haben und trotzdem kann die Eröffnung eines Girokontos oder die Beantragung eines Kredites an der SCHUFA scheitern. Der Grund ist simpel: dein Scoring ist zu niedrig. Was ein Scoring ist? Nun, die SCHUFA erstellt zu jeder Person eine Art Punktestand zwischen 0 und 1000. Personen mit negativen Einträgen bekommen einen Punktestand erst gar nicht. Fragst du nach Krediten an, gehst du auf Verträge ein (Mobilfunkverträge, Kreditkarten, etc.), bezahlst du mal eine Rechnung zu spät, war dein Konto mal nicht genug gedeckt, als eine Abbuchung erfolgte und und und … so verringert sich dein Score. Ist dieser Score aus Sicht einer Bank zu niedrig, so lehnt sie dich ab.

    Die Sauerei ist jedoch, dass kein Schwanz – tut mir Leid für die Wortwahl – wirklich weiß, wie sich dieser Score zusammensetzt, da die SCHUFA das angeblich geheim halten soll. Somit können es schon kleine banale Dinge sein, wie eben die Anfrage nach einem Kredit und vor allem die Ablehnung eines Kredites oder eines Girokontos und anderer Verträge, die dein Scoring schrumpfen lassen. Dein Punktestand erholt sich irgendwann, aber wie schnell, wann genau und wodurch, das steht vermutlich auch in den Sternen.

    Fazit:
    Die Banken sind manchmal vielleicht arrogant oder übervorsichtig bzw. handeln zu ungenau, was leider sehr dumm ist, aber das weitaus größere Übel stellt die SCHUFA dar. Und der muss man sich leider beugen – auch wenn wider Willen – denn ein Girokonto oder einen Mobilfunkvertrag (auch Prepaid-Karten gelten übrigens als ein Mobilfunkvertrag) will man nun mal haben, also unterschreibt man schon mal die Genehmigung auf Datentransfer zwischen der SCHUFA und einem Unternehmen.

    So, ich hoffe ich habe dich jetzt nicht zu sehr gelangweilt. Schöne Grüße aus dem Norden!

    blumblaum

  2. 2
    Bee, J. 

    Hallo,
    Eure Darstellungen sind aufschlußreich, denn sie bestätigen, was zur Zeit läuft: Kunden mit Guthaben (=keinem Schuldenpotential) sind nicht interessant. Sie verursachen Kosten, die Guthaben müssen (relativ) hoch verzinst werden und wenn nicht gerade ein paar Hunderttausend im Hintergrund winken, dann ist die Aussicht, ihnen was anzudrehen leider gering.
    Seid nicht enttäuscht: Es dreht auch mal wieder!
    Gruß J. Bee

  3. 3
    Pedro 

    Wenn ich das hier richtig interpretiere, wollen die keinen, der genug verdient und sein Konto wahrscheinlich nicht überziehen will.
    OK, habe vier Konten, wovon ich zwei kündigen will, aber auf allen ist Guthaben und ein bewilligtes Dispo.
    36 Jahre bei der selben Firma ist ja heute auch nicht mehr selbstverständlich…
    Bin immernoch recht erschrocken über die erste Ablehnung einer Kontoeröffnung.
    Sollen die sich ihr Konto da hin schieben, wo die Sonne nicht scheint.
    Ich persönlich jedenfalls fühle mich diskriminiert!!!

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